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Schuldenerlass für Liberia
26.06.2008: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat der liberianischen Staatspräsidentin Ellen
Johnson-Sirleaf dauerhafte Hilfe beim Wiederaufbau des vom Bürgerkrieg zerstörten
Landes zugesagt. Unter anderem erlässt Deutschland 268 Millionen Euro Schulden.
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat der liberianischen Staatspräsidentin Ellen Johnson-Sirleaf dauerhafte Hilfe beim Wiederaufbau des vom Bürgerkrieg zerstörten Landes zugesagt. Unter anderem erlässt Deutschland 268 Millionen Euro Schulden.
In Berlin unterzeichneten beide Seiten ein Abkommen über die Reduzierung und Umschuldung der Auslandsschuld Liberias. Die Bundeskanzlerin betonte, damit könne die Entwicklung in Liberia weiter voran gebracht werden. "Wir werden den Weg dieses Landes wirklich aus vollem Herzen weiterhin unterstützen", sagte Merkel. Die Kanzlerin würdigte die Leistungen der liberianischen Regierung beim Wiederaufbauprozess. "Ich habe in Liberia von Kindern gehört, die zum ersten Mal elektrisches Licht gesehen haben oder jetzt wieder zur Schule gehen können." Merkel hatte das westafrikanische Land im vergangenen Oktober auf ihrer Afrika-Reise besucht.
Auf Simbabwe Einfluss nehmen
In Gespräch mit Johnson-Sirleaf ging die Bundeskanzlerin auch auf die aktuelle Situation in Simbabwe ein. In dem südafrikanischen Land geht die Regierung von Machthaber Robert Mugabe vor der Stichwahl um das Präsidentenamt brutal gegen die Oppisition vor. Die afrikanischen Führungspersönlichkeiten müssten ihren Einfluss geltend machen, "damit in Simbabwe ein besserer Weg gegangen werden kann", forderte Merkel. Die Verschiebung der Präsidentschaftswahlen sei auch für Europa ein ganz wichtiges Signal, "das genau auf unserer Linie liegt". Anlass des Treffens war die Internationale Liberia-Konferenz (Liberia Poverty Reduction Forum), die am 26. und 27. Juni in Berlin stattfindet. Hier will die liberianische Regierung Geberländern und internationalen Institutionen ihre Strategie zur Armutsbekämpfung vorstellen. Als Folge des 14-jährigen Bürgerkrieges hat Liberia hohe Zahlungsrückstände bei der Weltbank, der African Development Bank (AfDB) und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) angehäuft. Die gesamten Auslandsschulden beliefen sich Ende 2005 auf rund 4 Milliarden US-Dollar. Die wirtschaftliche Lage des Landes ist katastrophal, die Infrastruktur nach wie vor weitgehend vernichtet. Die Arbeitslosenrate liegt bei rund 80 Prozent. Der Wiederaufbauprozess hat jedoch Fahrt aufgenommenen und zeigt langsam Erfolg.
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26.06.2008 / Patrick Kröhl
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