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Kategorie Welt  

Armut ist weiblich - Frauenrechte stärken

12.11.2008: Der Weltbevölkerungsbericht 2008 befasst sich vor allem mit der Gleichstellung der Geschlechter. Denn die Diskriminierung von Frauen und Mädchen ist in vielen Kulturen tief verwurzelt und hemmt deren Entwicklung.

Der Weltbevölkerungsbericht 2008 befasst sich vor allem mit der Gleichstellung
der Geschlechter. Denn die Diskriminierung von Frauen und Mädchen ist in vielen
Kulturen tief verwurzelt und hemmt deren Entwicklung.


Die Diskriminierung reicht vom schlechteren Zugang zu Bildung bis hin zu
gesundheitsschädigenden Praktiken wie der weiblichen Genitalverstümmelung oder
dem Verwehren sexueller Selbstbestimmung. Beispielsweise sind zwei Drittel aller
Menschen, die nicht Lesen und Schreiben können, Frauen und 70 Prozent der Kinder,
die keine Schule besuchen, Mädchen.
 
Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (BMZ) betonte bei
der Vorstellung des Weltbevölkerungsberichts 2008: "Die Gleichstellung der
Geschlechter ist der Schlüssel zur Überwindung von Armut." Leider würden
Fortschritte im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit in vielen
Teilen der Welt immer noch weit hinter den gesteckten Millenniumszielen
zurückliegen.
 

Menschenrechte stehen vor Traditionen

 
"Für nachhaltige Entwicklung brauchen wir Veränderungen aus dem Inneren von
Kulturen heraus", so die Ministerin. Ein Verweis auf Kultur, Werte oder
Religionen dürfe nicht zur Unterdrückung von Menschen dienen und Menschenrechte
einschränken.
 
Das sensible Angehen an kulturelle Traditionen ist unerlässlich, um die
Gleichbehandlung der Geschlechter und die Rechte von Frauen zu stärken
beziehungsweise erfolgreich durchzusetzen. Deshalb müssen die kulturellen
Besonderheiten der verschiedenen Länder und Regionen in Entwicklungsprogramme
integriert werden, so der Bericht.
 

Fördern: Familienplanung und sexuelle Aufklärung

 
Jedes Jahr sterben weit über eine halbe Million Frauen infolge von
Schwangerschaft oder Geburt - 99 Prozent von ihnen in Entwicklungsländern.
Bettina Maas von UNFPA prangerte in diesem Zusammenhang die schlechte
gesundheitliche Versorgung von Frauen an, die jährlich bei der Geburt
Verletzungen und andere Folgeschäden davon trügen. Ihre Zahl liege bei 15
Millionen und höher.
 
Auch Familienplanung und sexuelle Aufklärung fänden vielerorts immer noch nicht
die notwendige Aufmerksamkeit, so Renate Bähr von der Deutschen Stiftung
Weltbevölkerung.
 
Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) stellte den Bericht heute gemeinsam
mit UNFPA, dem Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen und
Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul vor.
 
Der Weltbevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) arbeitet mit Regierungen
und Nichtregierungsorganisationen (NGOs) zusammen. Dabei stellt er Mittel in Höhe
von mehr als 245 Millionen US-Dollar jährlich zur Verfügung. Die Stiftung schafft
mit der deutschen Übersetzung die Voraussetzung, dass wichtige Erkenntnisse auch
im deutschen Sprachraum einer breiten Öffentlichkeit zugänglich sind



Presse- und Informationsamt der
Bundesregierung
E-Mail: InternetPost@bundesregierung.de
Internet: http://www.bundesregierung.de/
Dorotheenstr. 84
D-10117 Berlin
Telefon: 03018 272 - 0
Telefax: 03018 272 - 2555

12.11.2008 / Patrick Kröhl

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